Klein IT Solutions Klein IT Solutions

Monitoring · 05. Juli 2026

Grafana & Prometheus: Ihr erstes Monitoring-Dashboard

Viele kleine Unternehmen haben keine Übersicht darüber, ob ihre Server eigentlich gerade gesund sind — bis etwas ausfällt. Dabei lässt sich ein brauchbares Basis-Monitoring in unter einer Stunde aufsetzen. Hier ist der Weg, den wir auch bei Kunden gehen.

Die drei Bausteine

  1. node_exporter — läuft auf jedem zu überwachenden Server, sammelt CPU/RAM/Disk/Netzwerk-Metriken.
  2. Prometheus — zieht (scraped) die Metriken zentral ein und speichert sie als Zeitreihen.
  3. Grafana — visualisiert die Daten aus Prometheus als Dashboard.

Wem diese Schritte zu aufwendig sind, sollte hier vorbei schauen. Hier zeigen wir wie man mit nur einem Befehl die Standard-Einrichtung abschließt.

1. node_exporter installieren

Auf jedem Zielserver:

useradd --no-create-home --shell /usr/sbin/nologin node_exporter
wget https://github.com/prometheus/node_exporter/releases/latest/download/node_exporter-linux-amd64.tar.gz
tar xvf node_exporter-linux-amd64.tar.gz
cp node_exporter-linux-amd64/node_exporter /usr/local/bin/

Als systemd-Service einrichten, damit er Neustarts übersteht — läuft standardmäßig auf Port 9100.

2. Prometheus konfigurieren

In prometheus.yml die Zielserver eintragen:

scrape_configs:
  - job_name: 'node'
    static_configs:
      - targets: ['server-a:9100', 'server-b:9100']

Nach einem Neustart von Prometheus sollten die Targets unter Status → Targets als UP erscheinen. Steht ein Target auf DOWN, ist es in 90 % der Fälle eine Firewall-Regel, die Port 9100 blockiert.

3. Grafana verbinden

Data Source → Prometheus → URL der Prometheus-Instanz eintragen (z. B. http://localhost:9090), speichern und testen.

4. Dashboard importieren statt neu bauen

Statt Panels von Hand zu bauen, lohnt sich der Import eines fertigen Community-Dashboards für node_exporter (Dashboard-ID 1860 im Grafana Dashboard-Repository). Das deckt CPU, RAM, Disk-I/O und Netzwerk sofort ab und lässt sich danach gezielt anpassen.

5. Den ersten Alarm einrichten

Ein sinnvoller Einstieg ist ein Alarm auf Speicherplatz:

node_filesystem_avail_bytes{mountpoint="/"} / node_filesystem_size_bytes{mountpoint="/"} * 100 < 10

Das warnt, bevor eine volle Platte einen Dienst lahmlegt — einer der häufigsten, aber am leichtesten vermeidbaren Ausfallgründe.

Wenn der Eigenbetrieb zu viel wird

Prometheus und Grafana selbst zu betreiben bedeutet auch: Updates, Backups und Skalierung dieser Systeme. Wer sich das sparen will, für den ist Monitoring as a Service der naheliegende nächste Schritt — Metriken, Dashboards und Alarme fertig eingerichtet, Hosting in Deutschland.