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IT-Praxis · 20. August 2026

Von Windows 10 auf Windows 11: was jetzt noch zu tun ist

Windows 10 bekommt seit dem 14. Oktober 2025 keine regulären Updates mehr. Trotzdem läuft es auf sehr vielen Rechnern immer noch, in Büros wie in Wohnzimmern. Das ist keine Nachlässigkeit: Die Geräte funktionieren, der Umstieg kostet Zeit, und solange nichts kaputtgeht, rutscht so etwas nach hinten.

Der Grund, warum das Thema jetzt wieder hochkommt, ist ein Datum. Die kostenlose Update-Verlängerung für Privatgeräte, das ESU-Programm, endet am 13. Oktober 2026. Danach gibt es für diese Rechner auch keine Sicherheitsupdates mehr, mit denen sich das Ganze noch einmal um ein Jahr vertagen ließe.

Bleiben also gut acht Wochen. Das reicht bequem, wenn man jetzt anfängt.

Wo Sie gerade stehen

Drei Fälle sind üblich:

Sie haben die Verlängerung aktiviert. In Windows Update stand irgendwann ein Hinweis „Erweiterte Sicherheitsupdates“, Sie haben sich mit einem Microsoft-Konto angemeldet und bekommen seitdem noch Sicherheitspatches. Das läuft im Oktober aus. Sie haben Zeit, aber keine unbegrenzte.

Sie haben nichts gemacht. Dann bekommt der Rechner seit Oktober 2025 keine Sicherheitsupdates. Jede seither bekannt gewordene Lücke ist offen und bleibt es. Das ist der dringende Fall.

Sie sind ein Betrieb. Für Unternehmen gibt es die Verlängerung kostenpflichtig pro Gerät und bis zu drei Jahre, also bis Oktober 2028. Der Preis verdoppelt sich jedes Jahr. Das ist Absicht und soll den Umstieg attraktiver machen als das Aussitzen. Als Überbrückung für ein paar Spezialgeräte sinnvoll, als Dauerlösung für die ganze Firma teuer.

Schritt 1: Prüfen, ob der Rechner überhaupt kann

Das ist der Punkt, an dem der Umstieg entweder trivial oder aufwendig wird, und er ist in fünf Minuten geklärt.

Microsoft stellt dafür ein kleines Programm bereit, die PC-Integritätsprüfung:

aka.ms/GetPCHealthCheckApp: der Link lädt direkt den Installer herunter (WindowsPCHealthCheckSetup.msi).

Nach der Installation starten Sie das Programm und klicken oben auf „Jetzt prüfen“. Sie bekommen entweder ein grünes „Dieser PC erfüllt die Anforderungen“ oder eine Liste dessen, was fehlt.

Zwei Alternativen, falls Sie nichts installieren möchten:

Schritt 2: Die Fehlermeldung richtig lesen

Hier lohnt es sich, genau hinzusehen, denn zwischen „muss ich im BIOS umstellen“ und „geht mit dieser Hardware nicht“ liegen ein paar hundert Euro.

„TPM 2.0 muss unterstützt und aktiviert sein“ Das ist der häufigste Treffer und meistens kein echtes Hindernis. Fast jeder Rechner ab etwa 2017 hat einen TPM-Chip beziehungsweise die entsprechende Funktion in der CPU, sie ist im BIOS nur ab Werk ausgeschaltet. Die Einstellung heißt je nach Hersteller fTPM (AMD), PTT oder Platform Trust Technology (Intel). Einschalten, speichern, neu prüfen. Aufwand: zehn Minuten, wenn man weiß, wo man klickt.

„Der PC muss Secure Boot unterstützen“ Gleiche Kategorie. Secure Boot ist oft nur deaktiviert. Vorsicht bei älteren Installationen: Wenn die Festplatte noch im alten MBR-Format eingerichtet ist, startet der Rechner nach dem Umstellen nicht mehr, bis das konvertiert ist. Das ist machbar, aber der Punkt, an dem man ein Backup wirklich haben will.

„Der Prozessor wird derzeit für Windows 11 nicht unterstützt“ Das ist die unangenehme Meldung, weil sie sich nicht wegkonfigurieren lässt. Microsoft unterstützt grob ab Intel Core der 8. Generation und AMD Ryzen 2000, also Geräte ab etwa 2018. Ist Ihre CPU älter, läuft der offizielle Weg nicht, unabhängig davon, wie flott der Rechner sich anfühlt.

„Nicht genügend Speicherplatz“ oder „zu wenig Arbeitsspeicher“ 4 GB RAM und 64 GB Festplatte sind das Minimum. Beides ist bei einem sonst tauglichen Gerät meist mit überschaubarem Geld zu beheben, und mehr RAM ist ohnehin die Aufrüstung mit dem besten Verhältnis von Kosten zu spürbarem Effekt.

Schritt 3: Vor dem Upgrade

Das Upgrade behält Ihre Programme, Einstellungen und Dateien. In den allermeisten Fällen geht das gut. „Meistens“ ist trotzdem kein Zustand, in dem man ohne Sicherung startet.

Backup. Eine externe Festplatte, alles Wichtige drauf, danach abziehen. Wenn Sie ohnehin in der Cloud arbeiten: Prüfen Sie stichprobenartig, ob die Dateien dort auch wirklich liegen und nicht nur lokal.

Fachsoftware klären. Steuerprogramm, Warenwirtschaft, Praxis- oder Kanzleisoftware, Kassensystem: Auf der Herstellerseite steht, ob und ab welcher Version Windows 11 freigegeben ist. Das ist der einzige Punkt, an dem ein Umstieg wirklich schiefgehen kann, und der einzige, den man vorher nicht selbst testen kann.

Peripherie prüfen. Drucker, Scanner, Etikettendrucker, Messgeräte, Kartenleser. Für Geräte, die älter als etwa zehn Jahre sind, gibt es gelegentlich keine Treiber mehr. Ein Blick auf die Support-Seite des Herstellers vor dem Upgrade erspart die Suche danach.

Zeit einplanen. Rechnen Sie mit einer bis zwei Stunden, in denen der Rechner nicht benutzbar ist, plus Nacharbeiten. Nicht am Vormittag vor der Umsatzsteuervoranmeldung.

Schritt 4: Das Upgrade

Wenn die Prüfung grün ist, ist der Rest unspektakulär: Einstellungen → Windows Update. Dort steht dann das Angebot, auf Windows 11 zu aktualisieren. Herunterladen, installieren, ein bis zwei Neustarts, fertig. Es kostet nichts.

Erscheint das Angebot nicht, obwohl die Prüfung positiv war, hilft der Installationsassistent von der Windows-11-Downloadseite bei Microsoft. Er macht dasselbe, nur auf Zuruf statt auf Verteilung.

Danach lohnen sich zwanzig Minuten: einmal alle Updates durchlaufen lassen, Drucker testen, die wichtigste Fachanwendung öffnen, und prüfen, ob die Daten noch da sind, wo sie hingehören.

Wenn der Rechner nicht mitkommt

Bei einer nicht unterstützten CPU haben Sie realistisch drei Wege.

Neues Gerät. Für normale Büroarbeit ist ein solider Rechner heute keine große Investition, und Sie bekommen Windows 11 fertig eingerichtet mit Support-Zeitraum. Die Datenübernahme vom alten Gerät ist der eigentliche Aufwand, nicht die Anschaffung.

Linux. Für Geräte, auf denen im Wesentlichen Browser, E-Mail und Office laufen, ist das eine ernsthafte Option, insbesondere für Zweit- und Familienrechner, die sonst auf dem Sperrmüll landen. Sobald Windows-Fachsoftware im Spiel ist, wird es dagegen schnell unrund.

Windows 11 trotzdem installieren. Es gibt bekannte Wege, die Hardwareprüfung zu umgehen. Technisch funktioniert das oft. Für ein privates Bastelgerät kann man das machen; für einen Rechner, an dem Geld verdient wird, raten wir davon ab: Microsoft sichert für solche Installationen keine Updates zu, und im Problemfall haben Sie ein System, das offiziell so nicht existiert.

Was in keine der drei Kategorien fällt: einfach weiterlaufen lassen. Ein Windows 10 ohne Sicherheitsupdates ist ab Oktober kein Restrisiko mehr, sondern eine offene Tür, besonders wenn auf dem Gerät Online-Banking läuft oder es im selben Netz wie die Firmendaten hängt.

Was sich im Alltag ändert

Weniger, als die Aufregung vermuten lässt. Die Umgewöhnung dauert bei den meisten Leuten zwei, drei Tage:

  • Das Startmenü sitzt in der Mitte statt links. Man kann es in den Einstellungen wieder nach links schieben.
  • Das Rechtsklick-Menü ist kürzer; die alten Einträge stecken hinter „Weitere Optionen anzeigen“.
  • Der Explorer hat Tabs wie ein Browser, was tatsächlich praktisch ist.
  • Die Taskleiste lässt sich nicht mehr an den linken oder rechten Bildschirmrand verschieben. Wer das genutzt hat, vermisst es.

Programme, Dateien und Ordnerstrukturen bleiben, wie sie waren.

Wenn Sie an einem Punkt hängen bleiben, ist das der normale Fall. Am häufigsten sind es zwei Stellen: die BIOS-Einstellung, die man ungern selbst ändert, und die Frage, ob die eine wichtige Anwendung nach dem Upgrade noch läuft. Beides klären wir routinemäßig mit, für einzelne Rechner genauso wie für ein Büro mit fünfzehn Arbeitsplätzen, wo die Umstellung sinnvollerweise gestaffelt läuft. Falls Sie dabei jemanden brauchen: Wie wir arbeiten, steht unter IT-Service für Privatkunden und Geschäftskunden. Eine kurze Frage vorab kostet nichts, schreiben Sie uns einfach.

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Die Checkliste als PDF

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